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LaTeX nach Word – der Schrecken des Nerds

Oft bekomme ich Arbeiten, die zwar in LaTeX geschrieben, aber für die Korrektur nach Word konvertiert wurden. Bei der Konvertierung gehen jedoch viele Aspekte des Dokuments verloren:

  • Formeln werden in Bilder umgewandelt und sind nicht mehr korrigierbar.
  • Bilder, Grafiken und Tabellen werden verschoben und von den Beschriftungen getrennt.
  • Mit LaTeX erzeugte Grafiken werden zerstört, darin eingebundene Texte sind nicht mehr korrigierbar.
  • Je nach Textcodierung werden Umlaute in seltsame Zeichen umgewandelt oder vollständig entfernt.
  • Trennstriche werden in Bindestriche umgewandelt, die dann mitten im Wort erscheinen.
  • Überschriften und Fußnoten werden in normalen Text verwandelt.

Mehraufwand durch die Konvertierung

Um solch ein beschädigtes Dokument überhaupt korrigieren zu können, muss ich es zunächst bereinigen. Das ist mühsam und kostet Zeit, die bezahlt werden muss.

Wenn du den korrigierten Text wieder in dein LaTeX-Dokument einpflegen musst, bedeutet es auch Mehraufwand für dich. Zudem können sich auf diese Weise neue Fehler einschleichen. Deshalb beschloss ich, zu lernen, wie ich direkt in LaTeX korrigieren kann.

 

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Preisberechnung

Die Anzahl der Zeichen in einem Text, der mit LaTeX gesetzt wurde, kann mit verschiedenen Methoden ermittelt werden. Ich habe mich für folgende einfache Möglichkeit entschieden:

  1. Ich kompiliere das Dokument und öffne das PDF unter Linux mit Okular.

  2. Dort markiere ich den gesamten Text, kopiere ihn und füge ihn im Text-Editor Kate in ein neues Dokument ein.

  3. Im Editor wird in der Statuszeile die Anzahl der Zeichen einschließlich Leerzeichen angezeigt.

Um die Kosten abzuschätzen, kannst auch du diese Methode anwenden. Sie sollte analog unter Windows funktionieren, z. B. mit einem PDF-Betrachter wie dem Adobe Acrobat Reader und einem guten Text-Editor wie Notepad++.

Ich arbeite mit Normseiten von 1500 Zeichen, einschließlich Leerzeichen. Den Preis ermittelst du, indem du die Gesamtzahl der Zeichen in deinem Text auf 1500 teilst und das Ergebnis mit dem Preis für die gewünschte Leistung aus der Preistabelle multiplizierst. Hier ein Beispiel:

 

Deine Arbeit hat 60.375 Zeichen.

60 375 : 1500 = 40,25 Normseiten

Du hast das Kombipaket gewählt:

40,25 · 5,50 EUR =  221,38 EUR

 

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Korrektur direkt im LaTeX-Quelltext

Durch meine langjährige Arbeit mit LyX war mir die Funktionsweise von LaTeX vertraut. Ich wollte jedoch lernen, direkt im Quellcode zu korrigieren. Dafür benötigte ich ein grosses Dokument, das in LaTeX verfasst war und möglichst viele Elemente einer wissenschaftlichen Arbeit enthielt: Formeln, Bilder, Tabellen, Grafiken usw.

Der Zufall kam mir zu Hilfe:

Beim Umbau unseres Hausnetzwerks folgten wir den Empfehlungen des Privacy-Handbuchs, eines umfassenden Nachschlagewerks für Computer- und Kommunikationssicherheit. Das Handbuch steht auf der Website als PDF und als LaTeX-Quelltext zur Verfügung. Um zu lernen, nahm ich also Kontakt zum Autor auf und bot ihm eine kostenlose Korrektur des Handbuchs an.

Erfahrungen

Es handelte sich um ein Dokument von ca. 500 Seiten, mit Bildern, Tabellen, Programmcode und Kommandozeilentexten. Beim Kompilieren traten zahlreiche Warnmeldungen auf, die sich hauptsächlich auf überlange Programmcode- und Kommandozeilentexte bezogen. Um diese Warnmeldungen aufzulösen, recherchierte ich und lernte, hilfreiche LaTeX-Pakete einzubinden.

Bald nach Beginn der Korrektur wurde mir klar, dass ich den richtigen Schritt getan hatte. Ich konnte mit meinem Lieblingseditor arbeiten und die Schrift in der passenden Grösse für mich einstellen. Und vor allem war ich nicht mehr auf das starre, seitenbasierte Format von Word angewiesen.

Ich bin froh, diese Methode gewählt zu haben. Heute bin ich davon überzeugt, dass LaTeX-Dokumente nur auf diese Weise korrigiert werden sollten: direkt im Quelltext. Es ist viel einfacher, benutzerfreundlicher und spart Zeit und Mühe. Und es macht Spaß.

 

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