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Alle Rechte vorbehalten.

Wird die Perspektive eingehalten?

Wenn die Perspektive wechseln soll, kannst du dies durch einen Szenenwechsel kennzeichnen. Bleibe dann bis zum nächsten Szenenwechsel bei dieser Perspektive.

Wird die erzählte Zeit schlüssig dargestellt?

Anmerkungen wie zwei Tage später, am Tag darauf, nach einer Stunde helfen dem Leser, sich in der Handlung zurechtzufinden.

Sind alle Personen und Orte bekannt?

Besonders bei hektischen Szenen sollten alle agierenden Personen dem Leser bekannt sein. Falls in solchen Situationen neue Charaktere auftreten, diese kurz beschreiben/erklären.

Wird Hintergrundwissen vorausgesetzt?

Alle Zusammenhänge, die beim Leser Hintergrundwissen voraussetzen, sollten erklärt werden.

Verhalten die Personen sich charaktergemäss?

Wenn ein Charakter z. B. Wert auf gesundes Essen legt, sollte er nicht mit einer Portion Pommes Frites in der Hand dargestellt werden. Solch ein Charakter würde auch im Schnellimbiss eher den grünen Salat als Beilage nehmen.

Sprechen sie so, wie es ihrem Wesen entspricht?

Achte darauf, dass die Charaktere ihrem Alter, ihrer Ausbildung und ihrer Lebenserfahrung gemäss sprechen.

Die Perspektive einhalten

Wenn du aus der Sicht eines bestimmten Charakters erzählst, kann er nicht wissen, was sein Gegenüber denkt oder fühlt. Er kann es nur aus dessen Worten und Körpersprache erahnen und Schlüsse daraus ziehen.
 
Bleibe über die gesamte Szene bei einem Charakter und kündige jeden Perspektivenwechsel an, z. B. durch eine neue Szene oder ein neues Kapitel. Stelle gleich am Anfang klar, aus wessen Perspektive erzählt wird. Hin und her springende Perspektiven sind sehr verwirrend für den Leser.

Bezeichnungen der Perspektive anpassen

Wenn du z. B. aus der Sicht einer Zauberin namens Anna erzählst, sollte sie nicht als die Frau oder die Zauberin bezeichnet werden. Nenne sie im Erzähltext so, wie sie sich selbst nennen würde: Anna. Auch andere Charaktere sollten so bezeichnet werden, wie Anna sie nennen würde: Anna begegnete Verwalter Jones, der auf dem Weg zum Turm war.

Wiederholungen vermeiden

Besonders in Beschreibungen finden sich oft mehrere Sätze mit ähnlicher Bedeutung. Dadurch wird der Text zwar länger, aber nicht besser. In solchen Fällen kannst du die Sätze zusammenfassen.

Beispiel: Er sah ihre langen, braunen Haare und erinnerte sich, dass er sie schon einmal gesehen hatte. Ihre langen, braunen Haare erinnerten ihn an die junge Frau, die er am Morgen auf der Brücke getroffen hatte.

Beim Anblick ihrer langen, braunen Haare erinnerte er sich an die junge Frau, die er am Morgen auf der Brücke getroffen hatte.

Logische Reihenfolge der Sätze

Die Reihenfolge der Sätze sollte die Abfolge der Ereignisse widerspiegeln. Schildere zuerst die Ursache, dann die Wirkung. Zuerst der Gedankengang, dann die Schlussfolgerung/Entscheidung.

Gleiche Satzanfänge hintereinander vermeiden

Bei mehreren gleichen oder gleichartigen Satzanfängen hintereinander kannst du die Reihenfolge der Wörter passend umstellen – es sei denn, du möchtest die Wiederholung als Stilmittel verwenden.

Keine langen Einschübe zwischen Frage und Antwort

Wenn zu viel Text zwischen einer Frage und einer Antwort steht, weiss der Leser nicht mehr, was gefragt wurde. Bringe deshalb den Einschub entweder vorher, oder gehe in der Antwort noch einmal auf die Frage ein.

Hier sind einige Tipps, die ich in meiner Arbeit mit verschiedenen Texten gesammelt habe. Am besten gehst du sie nacheinander durch, um deinen Text sprachlich zu überarbeiten.

Negative Formulierungen in positive umwandeln

Er hat nicht unrecht. – Er hat recht.

Solche Konstruktionen sind manchmal witzig, können Ironie ausdrücken oder einen besonderen Umstand betonen. Aber für den Leser sind sie anstrengend zu verarbeiten und sollten deshalb sparsam verwendet werden.

Passive Formulierungen in aktive umwandeln

Die Vase wurde auf den Boden fallen gelassen – Die Vase fiel zu Boden.

Passivsätze sind umständlich zu lesen, bremsen den Handlungsverlauf und sollten daher nur verwendet werden, wenn es wirklich nötig ist. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Kreativität diese einfache Aufgabe auf den Plan ruft.

Abkürzungen sparsam verwenden

Abkürzungen sind eher in Zeitungs- oder Zeitschriftenartikeln angebracht. Wenn du eine Geschichte erzählst, überlege dir gut, ob du eine Abkürzung unbedingt benötigst. Formen wie Pkw oder Lkw sind gebräuchlich, aber in einer Geschichte lesen sich vollständige Wörter wie Auto oder Lastwagen flüssiger.

Fremdwörter mit deutschen Wörtern ersetzen

Resignation – Wehmut, Irritation – Verwirrung
 
Auch in einer modernen Geschichte sind Fremdwörter Stolpersteine, die den Lesefluss hemmen. Ein Text, der viele Fremdwörter enthält, kann auch in einem Science-Fiction-Kontext arrogant klingen.

Am besten passt du deine Sprache der Welt an, in der deine Handlung stattfindet. In mittelalterlichen Welten gibt es keine Restaurants, sondern Gasthäuser. Die Leute chillen dort nicht, sondern entspannen oder ruhen sich aus. Auf fremden Planeten kann es Restaurants geben, in denen Roboter das Essen servieren. Wo immer deine Handlung spielt, überlege dir, ob es auch ohne das Fremdwort gehen würde.

Fachausdrücke umschreiben

Versuche, Fachausdrücke möglichst mit einfachen Wörtern zu ersetzen – es sei denn, dein Text ist eine Facharbeit, oder es handelt sich bei dem Dialog um ein Fachgespräch:

Er hatte eine definierte Brust. – Er hatte feste Muskeln an seiner Brust.

Wenn Fachausdrücke nicht vermeidbar sind, sollten sie im Text erklärt werden – zumindest dann, wenn der Leser wissen soll, was sie bedeuten.

Umgangssprachliche Formulierungen in literarische umwandeln

Bitte verzichte möglichst auf umgangssprachlichen Formulierungen – es sei denn, es handelt sich um einen Dialog, der in der Umgangssprache geführt wird. Auch das sollte nur dann der Fall sein, wenn es zum Wesen der Charaktere passt:

Er war ein Buch am Lesen – Er las gerade ein Buch.

Die Umgangssprache kann auch als Stilmittel verwendet werden, wenn z. B. aus der Sicht eines Charakters erzählt wird, der so spricht. Dann solltest du aber konsequent sein und diese Sprache durchhalten. Wenn du sonst eine literarische Sprache verwendest, stören gelegentliche umgangssprachliche Formulierungen.

Umständliche Konstruktionen vermeiden

Sich anlehnend und ihr in die Augen schauend, zeigte er ihr den Brief – Er lehnte sich an, schaute ihr in die Augen und zeigte ihr den Brief.

Füllwörter streichen

Die Füllwörter kannst du gnadenlos streichen, es sei denn, sie sind für das Verständnis des Satzes unbedingt notwendig:

Und genau wie sie selbst besass er auch nur ein einziges Zimmer.

Schimpfwörter vermeiden

Bitte vermeide Schimpfwörter in sämtlichen Sprachen – es sei denn, ihre Verwendung stellt eine wesentliche Eigenschaft des Charakters dar. Denke daran: Auch wenn du einen Charakter beschreibst, der viele Schimpfwörter benutzt, fühlt der Leser sich möglicherweise nach einiger Zeit genervt davon.

Rechtschreibung

Wenn du deinen Text in einem üblichen Textverarbeitungsprogramm schreibst, solltest du unbedingt die Rechtschreibprüfung einschalten. Du kannst entweder die Rechtschreibung schon während der Eingabe oder nachher den ganzen Text mit der Fehlersuche überprüfen lassen.

Programme wie Microsoft Word, LibreOffice, LyX oder Autorenhilfsprogramme wie Papyrus Author haben eine eingebaute Rechtschreibprüfung. Sie finden fehlende oder überflüssige Buchstaben in Wörtern, doppelte Leerzeichen und können auch einfache Grammatikprüfungen durchführen.

Sind die Höflichkeitsformen grossgeschrieben?

Ganz gleich, ob die Charaktere die Höflichkeitsform Sie oder Ihr verwenden, diese Formen müssen immer grossgeschrieben werden.

Zeichensetzung und Grammatik

Um die Zeichensetzung zu prüfen, kannst du Zusatzprogramme oder Plug-ins nutzen. Im Internet gibt es Onlinedienste, z. B. die Duden-Mentor-Textprüfung oder LanguageTool, die für kürzere Texte kostenlos sind. Du kannst auch die entsprechenden Erweiterungen direkt in deinen Browser oder dein Textverarbeitungsprogramm einbinden (z. B. LanguageTool für LibreOffice).

Die Grammatik-Plug-ins zeigen dir neben der reinen Rechtschreibung viele fehlende oder überflüssige Kommas an, finden doppelte Wörter, doppelte Punkte oder Leerzeichen usw. Manchmal können sie auch falsch deklinierte Adjektive oder falsche Zeit- und Personalformen von Verben erkennen. Noch machen die Programme jedoch viele Fehler und empfehlen falsche Alternativen.

Verständlichkeit

Ob der Bezug stimmt, die Reihenfolge der Informationen logisch und der Satz verständlich ist, kann also in den meisten Fällen nur ein Mensch überprüfen. Schau deshalb genau, ob deine Adjektive richtig an die Substantive bzw. die Verben an die Person angepasst sind. Überlege, ob du für deinen Erzählstil die richtigen Zeitformen verwendest. Wenn du im Präsens erzählst, musst du für Ereignisse in der Vergangenheit je nach Situation das Präteritum oder das Perfekt nehmen. Manchmal ist auch das Plusquamperfekt nötig.

Hier sind einige Beispiele für den Erzählstil im Präsens:

Ich renne ihm hinterher und ärgere mich, dass ich vorhin den riesigen Eisbecher verspeiste.

Ich renne ihm hinterher und denke an den grossen Hunger, den ich beim Betreten des Eiscafés verspürte.

Ich renne ihm hinterher und erinnere mich, dass ich heute Morgen eigentlich noch hatte joggen gehen wollen.

Und hier die Beispiele, wenn du in der Vergangenheitsform (Präteritum) schreibst:

Ich rannte ihm hinterher und ärgerte mich, dass ich vorhin den riesigen Eisbecher verspeist hatte.

Ich rannte ihm hinterher und dachte an den grossen Hunger, den ich beim Betreten des Eiscafés verspürt hatte.

Ich rannte ihm hinterher und erinnerte mich, dass ich am Morgen eigentlich noch hatte joggen gehen wollen.

Bei den Verben lohnt es sich auch, nach falschen Konjunktivformen zu suchen. Besonders in der indirekten Rede schlüpfen manchmal Formen durch, die wir zwar in der Umgangssprache benutzen, aber in einem literarischen Werk fehl am Platz sind.

Hier einige Beispiele:

Er kam heute Morgen ins Büro und erzählte, er wäre sei übers Wochenende krank gewesen.

Ich sagte ihm, ich müsste müsse zuerst darüber nachdenken.

Sie meinte, ich könnte könne ruhig das ganze Brot aufessen.

Dies waren einige Schritte, die du selbst für die Optimierung deines Textes hinsichtlich der Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik unternehmen kannst. Nun geht es mit der sprachlichen, stilistischen und inhaltlichen Optimierung weiter.

Übrigens, falls du hier auf der Website einen Fehler entdeckst, freue ich mich über eine kurze E-Mail mit einer Meldung. Wenn ich meinen eigenen Text oft genug durchgelesen habe, sehe ich die Fehler nicht mehr :-).

Die regelmässige Formatierung

Wenn du mit einem üblichen Textverarbeitungsprogramm schreibst, kannst du die regelmässige Formatierung nutzen, um die Navigation in deinem Text zu unterstützen. Am besten legst du dir für jede Einheit in der Liste eine Formatvorlage fest. Die meisten Textverarbeitungsprogramme haben für solche Zwecke vordefinierte Formatvorlagen.

Falls du deinen Text schon fertig hast, beginnst du ganz am Anfang und formatierst ihn in folgenden Schritten. Mache vorher unbedingt eine Sicherungskopie deines Textes!

1. Standardformat wählen

 Der gesamte Text erhält ein Standardformat (z. B. Textkörper).

Zur besseren Übersicht sollte diese Vorlage so eingestellt sein, dass zwischen den Absätzen ein wenig Platz bleibt. Bitte füge keine doppelten Absätze bzw. Leerzeilen ein. Falls es schon welche gibt, lösche sie.

2. Text strukturieren

Nun gehst du deinen Text durch und weist allen gleichartigen Einheiten das gleiche Format zu:

  • Titel des Buches: Format Titel
  • Untertitel des Buches: Format Untertitel
  • Name des Autors: Format Autor
  • Kapitelüberschriften: Format Kapitel oder Überschrift 1
  • Szenen/Unterkapitel: Format Unterkapitel oder Überschrift 2

Falls du mehr Einheiten oder Ebenen hast, entscheide dich für ein Format, das du den entsprechenden Überschriften zuweisen möchtest. Dabei ist die Schriftart und -grösse nicht wichtig. Es ist in diesem Schritt auch nicht wichtig, ob es gut aussieht. Wichtig ist nur, dass alle gleichartigen Einheiten das gleiche Format tragen.

3. Hervorhebungen kennzeichnen

Für Hervorhebungen, z. B. kursiv geschriebene Wörter, nimm am besten das Standardformat und setze den Text zusätzlich kursiv. Wenn du viele kursiv geschriebene Textteile hast, kannst du dir auch dafür ein Format festlegen.

Vorteile der regelmässigen Formatierung:

  • Du kannst die Navigationsfunktion deines Programms nutzen, um die Gliederung anzuzeigen. Auf diese Weise hast du deinen Text stets im Überblick und kannst schnell hin und her springen, wenn du etwas ändern möchtest.
  • Wenn dir ein Format nicht mehr gefällt, kannst du es zentral ändern und sämtlichen Elementen gleichzeitig zuweisen. Das spart eine Menge Arbeit!
  • Da es auch für mich eine Menge Arbeit spart, kannst du dadurch bares Geld sparen.

Hier kannst du ein Beispieldokument im Format von LibreOffice herunterladen und es verwenden, um deinen Text zu formatieren.

Als Nächstes kannst du die Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik überprüfen.